Schweißen im geregelten und ungeregelten Bereich

Symbolbild einer Schweißverbindung zwischen zwei Rohren unterschiedlichen DurchmessersIn diesem Artikel erfahren Sie, wie sich der geregelte und der ungeregelte Bereich voneinander abgrenzen und welche Branchen in welchen Bereich fallen.

Es gibt, abhängig vom Einsatzbereich einer Konstruktion und der Branche, unterschiedlich konkret anzuwendende Normen und Regelungen. Man unterscheidet in diesem Sinne zwischen geregeltem und ungeregeltem Bereich.

Geregelter Bereich

Im geregelten Bereich existieren direkt auf die Branche und den Einsatz bezogene Normen und Regeln, deren Einhaltung gesetzlich verpflichtend ist. Hier sind beispielhaft zu nennen:

  • Bauaufsichtlicher Bereich (Eurocodes)
  • Schienenfahrzeugbau (z.B. DIN 27201)
  • Kranbau (EN 13001)
  • Eisenbahnbrücken (Eurocode 1)
  • Schiffbau
  • Behälter- und Rohrleitungsbau (z.B. AD2000)
  • Luft- und Raumfahrzeuge
  • Offshore-Bereich
  • Chemieanlagenbau
  • Kraftwerksbau
  • Wehrtechnik

Die Notwendigkeit des Nachweises der Anlagen, Bauteile oder Produkte ergibt sich durch die Anwendungspflicht der jeweils zuständigen Norm oder Regel. Hierbei wird der Nachweis rechnerisch oder gegebenenfalls auch experimentell erbracht. Im Stahlbau beispielsweise wird der Nachweis von Schweißnähten über den Eurocode 3 geregelt.

Ungeregelter Bereich

In diesem Bereich werden die Sicherheitsanforderungen zum Beispiel durch die Maschinenrichtlinie und den daraus abgeleiteten Gesetzen (Produktsicherheitsgesetz) geregelt. Es ist jedoch nicht vorgeschrieben, nach welchen Normen oder Regeln Nachweis, Ausführung und Kontrolle von Konstruktionen zu erfolgen haben.

Im Schadensfall wird aber üblicherweise geprüft, ob die Schweißnahtauslegung den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Branchen aus diesem Bereich sind zum Beispiel:

  • Maschinenbau
  • Straßenfahrzeugbau
  • allgemeiner Gerätebau (Konsumgüterproduktion).

Je nach Nutzung und Schadensfolgen besteht auch die wirtschaftliche Notwendigkeit (Versicherung, Haftung) ein nach anerkannten Normen zertifiziertes Produkt anzubieten.

Im Maschinenbau hält man sich je nach Einsatzbereich der Konstruktion an Normen, die dem jeweiligen Einsatzzweck entsprechen. Ein großer Teil der Nachweise wird ebenfalls nach Eurocode 3 beziehungsweise in Anlehnung daran durchgeführt. Ansonsten orientiert man sich an speziellen Richtlinien (z.B. FKM, VDI usw.).

Sie haben Anmerkungen, Ideen oder Fragen: Schreiben Sie mir an ahanke@ing-hanke.de oder rufen Sie mich an (0381/121 579 10).

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